Kratzmatte statt Kratzbaum – für welche Katzen das die bessere Wahl ist

Der Kratzbaum ist das Standardangebot, das die meisten zuerst kaufen. Für viele Katzen funktioniert er gut – aber eben nicht für alle. Wer feststellt, dass der Kratzbaum ignoriert wird und die Katze stattdessen lieber flach auf dem Boden oder an tiefliegenden Möbelstellen kratzt, hat möglicherweise eine Katze, die horizontales Kratzen bevorzugt. Und dafür ist die Kratzmatte die bessere Wahl.

Vertikal vs. horizontal – ein echter Unterschied

Nicht alle Katzen kratzen gleich. Manche richten sich beim Kratzen auf, strecken sich voll in die Länge und arbeiten an vertikalen Flächen. Das ist das klassische Bild, das man mit Kratzpfosten assoziiert.

Andere kratzen bevorzugt flach oder leicht schräg – auf dem Boden, an der Unterseite von Möbeln, an niedrigen Kanten. Diese Katzen nehmen Kratzbäume oft nicht gut an, weil die Haltung beim Kratzen einfach nicht zu ihrer bevorzugten Körperposition passt.

Wer genau beobachtet, wo und wie die eigene Katze kratzt, erkennt schnell, welche Richtung dominiert.

Was eine Kratzmatte leisten kann

Kratzmatten sind flache oder leicht geneigte Flächen aus Sisal, Wellpappe oder Teppichmaterial, die auf dem Boden oder an einer niedrigen Wand befestigt werden. Sie ermöglichen genau die Kratzhaltung, die horizontale Kratzer bevorzugen – liegend oder leicht gestreckt, mit dem Körper nah am Boden.

Für Katzen, die beim Kratzen keine volle Aufrichtung suchen, ist das befriedigender als ein Kratzpfosten. Und eine Kratzmatte, die richtig benutzt wird, ist immer besser als ein Kratzbaum, der ignoriert wird.

Dazu kommt: Kratzmatten sind günstiger, brauchen weniger Platz, lassen sich leichter umpositionieren und passen in viele Haushalte unauffälliger. Wer in einer kleinen Wohnung lebt oder keinen Platz für einen Kratzbaum hat, kann mit einer gut platzierten Kratzmatte oft dasselbe erreichen.

Wellpappe als Material – eine ernsthafte Option

Wellpappe-Kratzmatten sind eine besonders interessante Variante, die häufig unterschätzt wird. Das Kratzerlebnis auf Wellpappe ist für viele Katzen äußerst befriedigend – die Kartonstruktur gibt nach, reißt leicht ein, und erzeugt ein Geräusch, das das Kratzen für die Katze attraktiv macht.

Viele Katzen, die auf Sisal kaum reagieren, nehmen Wellpappe sofort an. Wer bisher nur Sisal versucht hat, sollte das als Alternative in Betracht ziehen.

Der Nachteil: Wellpappe-Matten verschleißen schneller als Sisal und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Die anfallenden Papierkrümel können je nach Katze und Menge ein kleines Ärgernis sein.

Warum nicht entweder/oder

Kratzmatte und Kratzbaum schließen sich nicht aus. Für Katzen, die beide Kratzhaltungen zeigen, kann das Angebot beider Optionen die Akzeptanz insgesamt erhöhen. Und für Haushalte, in denen der Kratzbaum bisher ignoriert wird, ist die Kratzmatte oft der erste echte Erfolg.

Wer herausfinden möchte, ob die eigene Katze eher horizontal kratzt, muss oft nur eine Woche lang beobachten: Wo kratzt sie? In welcher Körperhaltung? An welcher Höhe? Die Antwort darauf zeigt meistens klar, was gebraucht wird.

Wer trotzdem lieber beim Kratzbaum bleiben möchte, aber Probleme hat, dass er nicht benutzt wird, findet im Artikel über ignorierte Kratzbäume die häufigsten Ursachen und was sich dagegen tun lässt.