Das Sofa ist geschützt, der Kratzbaum steht daneben – und die Katze hat sich die Stühle am Esstisch vorgenommen. Oder den Holzrahmen der Tür. Oder die Tischbeine. Wer glaubt, das Sofaproblem gelöst zu haben, und dann beobachtet, wie die Katze nahtlos auf andere Möbel wechselt, versteht schnell: Das Kratzbedürfnis selbst ist nicht weg – es wurde nur verschoben.
Das ist keine Niederlage. Es ist einfach die nächste Aufgabe.
Warum Stühle so beliebt sind
Holzstühle bieten für Katzen ein besonders befriedigendes Kratzerlebnis. Das Holz ist fest, gibt Gegendruck, und die Fasern der Holzoberfläche greifen gut. Besonders die Rückseite der Stuhlbeine – oft eine senkrechte Fläche in gut erreichbarer Höhe – trifft genau die Anforderungen, die Katzen beim vertikalen Kratzen suchen.
Stühle stehen außerdem oft in Bereichen des Wohnzimmers oder Esszimmers, die viel frequentiert werden – also an Orten, die für Reviermarkierung interessant sind. Das Sofa ist selten die einzige Kratzoption in diesen Räumen, wenn die Katze keinen akzeptierten Kratzplatz in der Nähe hat.
Das Muster erkennen
Wer beobachtet, dass die Katze mehrere verschiedene Möbelstücke bearbeitet, hat oft eine von zwei Situationen: Entweder gibt es gar keine ausreichende Kratzmöglichkeit im Haushalt – oder die vorhandene ist nicht nah genug an den Orten, an denen die Katze sich aufhält.
Kratzen verteilt sich dann auf alles, was erreichbar und attraktiv ist. Das ist kein Zeichen von Bösartigkeit, sondern schlicht ein Zeichen fehlender akzeptierter Alternativen.
Holzmöbel schützen
Stuhlbeine und Holzmöbel lassen sich mit denselben Methoden schützen wie das Sofa. Doppelseitiges Klebeband um die betroffenen Beine gewickelt schreckt viele Katzen zuverlässig ab. Wer das optisch störend findet, kann es dezent an der Rückseite anbringen.
Eine transparente Schutzfolie, in Streifen um die Stuhlbeine gewickelt, ist unauffälliger – und schützt die Holzoberfläche gleichzeitig vor direktem Kontakt. Auf Holz haften selbstklebende Folien in der Regel gut, solange die Oberfläche trocken und sauber ist.
Duftstoffe als Abschreckung funktionieren auch an Stühlen – Zitrusspray auf ein Tuch oder dezent an die Stuhlbeine gesprüht. Auf Lackholz vorher testen, ob der Spray Spuren hinterlässt.
Die eigentliche Lösung
Das Schützen aller gefährdeten Möbel ist mittel- bis langfristig kein tragfähiger Plan. Es gibt zu viele Stellen, die Abschreckung wird zu aufwändig, und irgendwo kratzt die Katze trotzdem.
Was tatsächlich hilft: In jedem Raum, in dem die Katze Zeit verbringt, eine attraktive Kratzmöglichkeit aufstellen. Das muss kein riesiger Kratzbaum sein – ein kompakter Kratzbaumstumpf, ein Kratzbrett an der Wand oder eine Kratzmatte reichen oft aus, solange sie am richtigen Ort stehen.
Die Katze kratzt in den Räumen, in denen sie lebt. Wenn dort eine gute Alternative ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf Stühle und Türrahmen ausweicht, deutlich.
Der Artikel über das Abgewöhnen von Kratzen an Möbeln erklärt den gesamten Rahmen dafür, wie Umlenkung funktioniert – nicht nur beim Sofa, sondern für alle Möbel, die betroffen sind.
