Es klingt erst einmal seltsam: Die Katze geht nicht an die Armlehne oder die Ecke des Sofas, sondern verschwindet darunter und kratzt von innen – an der Unterseite des Polsters, am Holzrahmen, manchmal auch am Boden darunter. Wer das beobachtet, fragt sich zu Recht: Was soll das?
Die Antwort ist weniger mysteriös als es wirkt, aber interessant.
Warum das Sofa von unten reizt
Der Bereich unter dem Sofa ist für Katzen ein besonderer Ort. Er ist dunkel, eng, geschützt – ideal zum Rückzug, aber auch zum Beobachten. Viele Katzen verbringen Zeit unter dem Sofa nicht trotz der Enge, sondern wegen ihr. Es fühlt sich sicher an.
Und wer sich in einem Bereich wohlfühlt, markiert ihn auch. Kratzen an der Unterseite des Sofagestells oder am Holzrahmen ist oft schlicht Reviermarkierung an einem Ort, den die Katze als ihren eigenen betrachtet. Der Geruch aus den Pfotenballen wird an dieser Stelle hinterlassen – die Katze macht den Unterschlupf zum eigenen.
Der Holzrahmen als Ziel
Viele Sofas haben einen Holzrahmen, der von unten teilweise zugänglich ist. Holz bietet Katzen ein gutes Kratzerlebnis – es ist fest, gibt Gegendruck, und die Fasern lassen sich mit den Krallen gut bearbeiten. Für eine Katze ist das kaum anders als ein Baumstamm im Freien.
Wer genau hinschaut, findet unter vielen Sofas kleine Kratzspur-Cluster am Holzrahmen – oft gar nicht am Polster, sondern am Untergestell. Das fällt meist erst auf, wenn man danach sucht oder das Sofa einmal bewegt.
Kratzen am Boden unter dem Sofa
Manchmal kratzt die Katze auch am Boden unter dem Sofa – am Teppich oder direkt am Parkett. Das ist oft weniger Reviermarkierung als schlicht: Die Katze liegt da, reckt sich, und kratzt reflexartig in die Richtung, in die sie sich streckt. Unter dem Sofa gibt es wenig Alternativen für diesen Streckvorgang – also benutzt sie den Boden.
Das kann auch dann passieren, wenn die Katze keinen Kratzbaum hat oder der vorhandene Baum in einem anderen Raum steht und gerade nicht zugänglich ist.
Was man dagegen tun kann
Das Kratzen unterm Sofa lässt sich schwerer mit klassischen Abschreckmethoden angehen als das Kratzen an der Armlehne. Man kommt schlecht ran, und die Katze sieht sich dort ohnehin geschützt.
Was hilft: Den Zugang unter das Sofa einzuschränken – mit einem Schaumstoffblock, einer Decke oder einem anderen dezenten Hindernis – sodass der Unterschlupf weniger attraktiv wird. Nicht versperren, wenn die Katze ihn als Rückzugsort braucht, aber zumindest den Kratzbereich unzugänglich machen.
Gleichzeitig: eine Kratzmöglichkeit in unmittelbarer Nähe aufstellen, idealerweise ein Kratzbrett oder ein niedriger Kratzbaumstumpf direkt neben dem Sofa. Die Katze kratzt in diesem Bereich ohnehin – sie braucht nur eine bessere Option.
Das Kratzen unterm Sofa ist selten ein großes Problem für das Möbelstück selbst – es ist eher ein Zeichen, dass die Katze diesen Bereich aktiv beansprucht und dafür keine passende Fläche hat. Wer das versteht, kann gezielter reagieren als mit allgemeinen Abschreckmaßnahmen.
